Organisationales Lernen und Strategieentwicklung
Werkstatt · 2 Tage · Für Strategieverantwortliche und Führungskräfte
Wie lernen Organisationen – und wie entwickelt man Strategien, wenn die Zukunft nicht planbar ist?
Organisationen lernen – aber selten so, wie man es sich vorstellt. Sie assimilieren Neues in bestehende Muster, statt ihre Muster zu verändern. Strategien werden entwickelt, aber nicht gelebt. Transformationen werden ausgerufen, aber die Organisation transformiert sich nicht.
Diese Werkstatt verbindet zwei Themen, die zusammengehören: Wie Organisationen lernen (und warum sie es oft nicht tun) – und wie Strategien entstehen können, die der Offenheit der Zukunft gerecht werden.
Was Sie lernen werden
Organisationales Lernen verstehen
Sie unterscheiden zwischen Assimilation und Akkommodation: Wann passt eine Organisation neues Wissen in bestehende Strukturen ein – und wann verändert sie die Strukturen selbst? Sie erkennen typische Lernbarrieren und verstehen, warum Organisationen oft genau das lernen, was sie bestätigt.
Denkkollektive und blinde Flecken
Sie verstehen, wie geteilte Denkstile in Organisationen entstehen – und warum sie Innovation gleichzeitig ermöglichen und verhindern. Denkkollektive machen handlungsfähig, aber sie erzeugen auch systematische blinde Flecken.
Adaptive Strategieentwicklung
Sie lernen, Strategie nicht als Plan, sondern als Prozess zu denken. Wie entwickelt man Orientierung in unsicheren Umfeldern? Wie hält man Optionen offen, ohne beliebig zu werden? Wie wird aus Zukunftsbildern Handlungsfähigkeit?
Erwartungsmanagement in Transformationen
Sie erarbeiten, wie Erwartungen in Transformationsprozessen entstehen – und warum ihre Enttäuschung fast unvermeidlich ist. Sie entwickeln Strategien, um mit dieser Dynamik bewusst umzugehen statt gegen sie anzukämpfen.
Wie die Werkstatt abläuft
Lernen: Muster erkennen
Strategie: Orientierung schaffen
„Die Zukunft ist nicht der Raum unserer Hoffnungen und Befürchtungen. Sie ist der Raum unserer Ungewissheit.“
— Heinz von Foerster (sinngemäß)
Für wen ist diese Werkstatt?
Diese Werkstatt bietet keine Best Practices. Wir arbeiten mit der Einsicht, dass es in komplexen Umfeldern keine Best Practices geben kann.
Was sollten Sie mitbringen?
„Erkenne die Lage. Rechne mit deinen Defekten. Gehe von deinen Beständen aus, nicht von deinen Parolen.“
— Gottfried Benn
Praktische Informationen
Vorfühlen und Nachfühlen
Die Werkstätten werden von zwei Online-Sessions begleitet:
Das Vorfühlen gibt uns die Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen und den Aufbau einer gemeinsamen Basis. Wir klären organisatorische Fragen und stimmen Erwartungen ab.
Das Nachfühlen unterstützt dabei, das Erlebte nach einigen Wochen zu reflektieren und zu ergründen, was sich im Arbeitsalltag als nützlich erwiesen hat.
Interesse? Melden Sie sich an.
Wer die Werkstatt leitet
Falk Engelmann
Denkt in Systemen, arbeitet mit Menschen. Seit über 18 Jahren begleitet er Teams und Organisationen dabei, ihre eigenen Muster zu verstehen – und dort anzusetzen, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.
Fragen zur Werkstatt?
Oder buchen Sie direkt ein 30-Minuten-Gespräch:
Gespräch vereinbaren (30 min)Auch interessant:
Organisation jenseits des Agilitätsdogmas Entscheidungsfähigkeit stärkenTheoretische Grundlagen
Assimilation und Akkommodation
Organisationen verarbeiten neue Erfahrungen auf zwei Weisen: Sie passen das Neue an bestehende Strukturen an (Assimilation) – oder sie verändern ihre Strukturen (Akkommodation). Wirkliches Lernen erfordert beides, aber Akkommodation ist ungleich schwerer.
Denkkollektive
Gruppen entwickeln geteilte Denkstile, die bestimmen, was als wahr, relevant oder möglich gilt. Diese Denkkollektive ermöglichen effizientes Handeln – machen aber gleichzeitig bestimmte Einsichten unsichtbar.
Lernbarrieren
Organisationen entwickeln systematische Hindernisse gegen das eigene Lernen: defensive Routinen, selektive Wahrnehmung, Erfolgsattribution. Diese Barrieren zu erkennen ist der erste Schritt, sie zu bearbeiten.
Strategie als Orientierung
Strategie ist keine Vorhersage. Sie ist ein Rahmen, der Orientierung gibt, ohne die Zukunft festzulegen. Adaptive Strategieentwicklung arbeitet mit Szenarien, Optionen und Experimenten – nicht mit Fünfjahresplänen.
Erwartungsstrukturen
Transformationen erzeugen Erwartungen, die sie nicht erfüllen können. Die Enttäuschung ist eingebaut. Wer das versteht, kann Erwartungen bewusst gestalten – statt sich von ihrer unvermeidlichen Nichterfüllung überraschen zu lassen.
Von der Projektion zur Praxis
Zukunftsbilder sind Projektionen – keine Vorhersagen. Sie werden wirksam, wenn sie in konkrete Experimente übersetzt werden. Der Weg von der Vision zur Praxis führt über kleine, testbare Schritte, nicht über große Programme.