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Organisationales Lernen und Strategieentwicklung

Werkstatt · 2 Tage · Für Strategieverantwortliche und Führungskräfte

Wie lernen Organisationen – und wie entwickelt man Strategien, wenn die Zukunft nicht planbar ist?

Organisationen lernen – aber selten so, wie man es sich vorstellt. Sie assimilieren Neues in bestehende Muster, statt ihre Muster zu verändern. Strategien werden entwickelt, aber nicht gelebt. Transformationen werden ausgerufen, aber die Organisation transformiert sich nicht.

Diese Werkstatt verbindet zwei Themen, die zusammengehören: Wie Organisationen lernen (und warum sie es oft nicht tun) – und wie Strategien entstehen können, die der Offenheit der Zukunft gerecht werden.

Was Sie lernen werden

01

Organisationales Lernen verstehen

Sie unterscheiden zwischen Assimilation und Akkommodation: Wann passt eine Organisation neues Wissen in bestehende Strukturen ein – und wann verändert sie die Strukturen selbst? Sie erkennen typische Lernbarrieren und verstehen, warum Organisationen oft genau das lernen, was sie bestätigt.

02

Denkkollektive und blinde Flecken

Sie verstehen, wie geteilte Denkstile in Organisationen entstehen – und warum sie Innovation gleichzeitig ermöglichen und verhindern. Denkkollektive machen handlungsfähig, aber sie erzeugen auch systematische blinde Flecken.

03

Adaptive Strategieentwicklung

Sie lernen, Strategie nicht als Plan, sondern als Prozess zu denken. Wie entwickelt man Orientierung in unsicheren Umfeldern? Wie hält man Optionen offen, ohne beliebig zu werden? Wie wird aus Zukunftsbildern Handlungsfähigkeit?

04

Erwartungsmanagement in Transformationen

Sie erarbeiten, wie Erwartungen in Transformationsprozessen entstehen – und warum ihre Enttäuschung fast unvermeidlich ist. Sie entwickeln Strategien, um mit dieser Dynamik bewusst umzugehen statt gegen sie anzukämpfen.

Wie die Werkstatt abläuft

Tag 1

Lernen: Muster erkennen

Vormittag
Ankommen und Spielregeln
Erwartungen klären: Was muss passiert sein, damit sich die Werkstatt lohnt?
Impuls: Assimilation und Akkommodation – Wie Organisationen lernen
Eigene Lernmuster analysieren: Wo assimiliert unsere Organisation – und wo akkommodiert sie?
Nachmittag
Impuls: Denkkollektive und Denkstile – Wie geteiltes Wissen entsteht
Lernbarrieren identifizieren: Was hindert unsere Organisation daran, wirklich Neues zu lernen?
Fallarbeit: Eigene Transformationserfahrungen mit neuen Kategorien betrachten
Reflexion: Was war relevant? Welche Gedanken nehme ich mit?
Tag 2

Strategie: Orientierung schaffen

Vormittag
Check-in: Was ist über Nacht wichtig geworden?
Impuls: Strategie als Prozess – Orientierung unter Unsicherheit
Zukunftsbilder entwickeln: Nicht als Vorhersage, sondern als Handlungsgrundlage
Impuls: Erwartungsmanagement – Warum Transformationen fast immer enttäuschen
Nachmittag
Fallarbeit: Eigene Strategiefragen mit adaptiven Ansätzen bearbeiten
Von der Projektion zur Praxis: Wie werden Zukunftsbilder handlungswirksam?
Transfer: Experimente für den Arbeitsalltag definieren
Abschluss und Ausblick
„Die Zukunft ist nicht der Raum unserer Hoffnungen und Befürchtungen. Sie ist der Raum unserer Ungewissheit.“
— Heinz von Foerster (sinngemäß)

Für wen ist diese Werkstatt?

Strategieverantwortliche, die Strategie als lebendigen Prozess gestalten wollen – nicht als Papiertiger
Organisationsentwickler:innen, die verstehen wollen, warum Transformationen so oft scheitern
Führungskräfte in dynamischen Umfeldern, die Orientierung schaffen müssen, ohne alles vorhersehen zu können
Alle, die organisationales Lernen nicht als Schulungsprogramm, sondern als Systemeigenschaft begreifen wollen
Hinweis

Diese Werkstatt bietet keine Best Practices. Wir arbeiten mit der Einsicht, dass es in komplexen Umfeldern keine Best Practices geben kann.

Was sollten Sie mitbringen?

Einen Fall aus Ihrem Arbeitskontext, in dem Lernen, Strategie oder Transformation eine Rolle spielen
Neugier auf ungewohnte Perspektiven
Bereitschaft, die eigenen Strategieprozesse kritisch zu betrachten
Keine Vorkenntnisse erforderlich – Erfahrung mit Strategieentwicklung ist hilfreich
„Erkenne die Lage. Rechne mit deinen Defekten. Gehe von deinen Beständen aus, nicht von deinen Parolen.“
— Gottfried Benn

Praktische Informationen

Dauer 2 Tage (plus Online-Sessions vorher und nachher)
Nächste Termine Werden bekannt gegeben
Sprache Deutsch
Gruppengröße Max. 16 Personen
Format Offene Termine · Inhouse-Training ab 8 Personen
Preis Auf Anfrage
Ort Wird mit dem Termin bekannt gegeben

Vorfühlen und Nachfühlen

Die Werkstätten werden von zwei Online-Sessions begleitet:

Das Vorfühlen gibt uns die Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen und den Aufbau einer gemeinsamen Basis. Wir klären organisatorische Fragen und stimmen Erwartungen ab.

Das Nachfühlen unterstützt dabei, das Erlebte nach einigen Wochen zu reflektieren und zu ergründen, was sich im Arbeitsalltag als nützlich erwiesen hat.

Interesse? Melden Sie sich an.

Wer die Werkstatt leitet

Falk Engelmann

Denkt in Systemen, arbeitet mit Menschen. Seit über 18 Jahren begleitet er Teams und Organisationen dabei, ihre eigenen Muster zu verstehen – und dort anzusetzen, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.

Fragen zur Werkstatt?

falk@vorfeld.studio

Oder buchen Sie direkt ein 30-Minuten-Gespräch:

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Theoretische Grundlagen

Assimilation und Akkommodation

Organisationen verarbeiten neue Erfahrungen auf zwei Weisen: Sie passen das Neue an bestehende Strukturen an (Assimilation) – oder sie verändern ihre Strukturen (Akkommodation). Wirkliches Lernen erfordert beides, aber Akkommodation ist ungleich schwerer.

Denkkollektive

Gruppen entwickeln geteilte Denkstile, die bestimmen, was als wahr, relevant oder möglich gilt. Diese Denkkollektive ermöglichen effizientes Handeln – machen aber gleichzeitig bestimmte Einsichten unsichtbar.

Lernbarrieren

Organisationen entwickeln systematische Hindernisse gegen das eigene Lernen: defensive Routinen, selektive Wahrnehmung, Erfolgsattribution. Diese Barrieren zu erkennen ist der erste Schritt, sie zu bearbeiten.

Strategie als Orientierung

Strategie ist keine Vorhersage. Sie ist ein Rahmen, der Orientierung gibt, ohne die Zukunft festzulegen. Adaptive Strategieentwicklung arbeitet mit Szenarien, Optionen und Experimenten – nicht mit Fünfjahresplänen.

Erwartungsstrukturen

Transformationen erzeugen Erwartungen, die sie nicht erfüllen können. Die Enttäuschung ist eingebaut. Wer das versteht, kann Erwartungen bewusst gestalten – statt sich von ihrer unvermeidlichen Nichterfüllung überraschen zu lassen.

Von der Projektion zur Praxis

Zukunftsbilder sind Projektionen – keine Vorhersagen. Sie werden wirksam, wenn sie in konkrete Experimente übersetzt werden. Der Weg von der Vision zur Praxis führt über kleine, testbare Schritte, nicht über große Programme.