Macht, Hierarchie und Organisation neu denken
Werkstatt · 2 Tage · Für Führungskräfte und OE-Verantwortliche
Was leisten Hierarchie und formale Strukturen – und wie gestaltet man Organisationen jenseits des Agilitätsdogmas?
Hierarchie hat einen schlechten Ruf. Sie gilt als starr, als Hindernis für Innovation, als Relikt vergangener Zeiten. Gleichzeitig funktioniert keine Organisation ohne sie. Wer Hierarchie abschaffen will, übersieht ihre Funktion. Wer sie blind verteidigt, übersieht ihre Kosten.
Diese Werkstatt bietet einen nüchternen Blick auf das, was Organisationen zusammenhält: formale und informale Strukturen, Macht und Einfluss, Entscheidungsarchitekturen. Sie lernen, warum gut gemeinte Veränderungen oft scheitern – und wie man Organisationen tatsächlich weiterentwickeln kann.
Was Sie lernen werden
Formale und informale Macht
Sie unterscheiden zwischen formaler Autorität und informaler Einflussnahme. Sie verstehen, warum Organigramme nur einen Teil der Organisation zeigen – und wie die informale Seite der Organisation tatsächlich funktioniert.
Funktionen von Hierarchie
Sie analysieren, welche Probleme Hierarchie löst: Komplexitätsreduktion, Entscheidungsgeschwindigkeit, Verantwortungszuordnung. Und Sie verstehen, welche neuen Probleme sie dabei erzeugt.
Agilitäts-Narrative dekonstruieren
Sie entwickeln einen kritischen Blick auf Agilitäts-Versprechen. Nicht alles, was sich agil nennt, löst die Probleme, die es zu lösen vorgibt. Sie lernen, Narrative von Substanz zu unterscheiden.
Hybride Organisationsformen gestalten
Sie erarbeiten Ansätze jenseits des Entweder-oder: Wie lassen sich hierarchische und selbstorganisierte Elemente sinnvoll kombinieren? Wie kartiert man Entscheidungszonen und gestaltet Interventionen?
Wie die Werkstatt abläuft
Verstehen: Macht und Struktur
Gestalten: Jenseits des Entweder-oder
„Organisationen halten sich nicht an ihre eigenen Regeln. Das ist kein Fehler – das ist eine Voraussetzung ihres Funktionierens.“
— Niklas Luhmann (sinngemäß)
Für wen ist diese Werkstatt?
Diese Werkstatt liefert keine einfachen Antworten. Wir dekonstruieren Gewissheiten – und bauen auf dem auf, was übrig bleibt.
Was sollten Sie mitbringen?
„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“
— Theodor W. Adorno
Praktische Informationen
Vorfühlen und Nachfühlen
Die Werkstätten werden von zwei Online-Sessions begleitet:
Das Vorfühlen gibt uns die Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen und den Aufbau einer gemeinsamen Basis. Wir klären organisatorische Fragen und stimmen Erwartungen ab.
Das Nachfühlen unterstützt dabei, das Erlebte nach einigen Wochen zu reflektieren und zu ergründen, was sich im Arbeitsalltag als nützlich erwiesen hat.
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Wer die Werkstatt leitet
Falk Engelmann
Denkt in Systemen, arbeitet mit Menschen. Seit über 18 Jahren begleitet er Teams und Organisationen dabei, ihre eigenen Muster zu verstehen – und dort anzusetzen, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.
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Komplexität wirksam handhaben Organisationales Lernen gestaltenTheoretische Grundlagen
Drei Seiten der Organisation
Jede Organisation hat drei Seiten: eine formale Seite – Regeln, Rollen, Prozesse –, eine informale Seite – Netzwerke, Gewohnheiten, ungeschriebene Gesetze – und eine Schauseite – die Fassade, die sie nach außen zeigt. Alle drei sind notwendig, alle bedingen einander. Wer nur eine Seite sieht, versteht die Organisation nicht.
Macht als Medium
Macht ist kein Besitz und kein Makel. Sie ist ein Kommunikationsmedium, das Entscheidungen wahrscheinlicher macht. Wer Macht versteht, kann sie gestalten – statt sie zu moralisieren.
Funktion von Hierarchie
Hierarchie reduziert Komplexität, indem sie Entscheidungskompetenzen zuordnet. Sie ermöglicht schnelle Entscheidungen unter Unsicherheit – um den Preis, dass lokales Wissen oft nicht einfließt.
Selbsterhaltung sozialer Systeme
Organisationen reproduzieren sich selbst. Sie folgen ihren eigenen Mustern, auch wenn diese dysfunktional erscheinen. Veränderung gelingt nicht durch Appelle, sondern durch die Veränderung der Bedingungen, unter denen Entscheidungen fallen.
Agilität als Organisationserzählung
Agilität ist mehr als eine Methode – sie ist eine Erzählung über die richtige Art zu organisieren. Wie jede Erzählung hat sie blinde Flecken. Die Werkstatt macht diese sichtbar und arbeitet mit dem, was jenseits des Narrativs liegt.
Intervention in selbstreferenzielle Systeme
Organisationen lassen sich nicht von außen steuern. Jede Intervention wird vom System nach eigener Logik verarbeitet. Wirksame Veränderung setzt voraus, dass man diese Logik versteht – und mit ihr arbeitet, nicht gegen sie.