Entscheidungsprozesse beobachten, verstehen und verändern
Werkstatt · 2 Tage · Mit Systemtheorie
Wie entscheiden Organisationen – und warum anders, als sie denken?
Teams und Organisationen treffen permanent Entscheidungen. Die Fähigkeit zu entscheiden ist für sie überlebensnotwendig. Wer diese Fähigkeit verbessern möchte, tut gut daran, sie als komplexen sozialen Prozess zu betrachten.
Wer Entscheidungsprozesse beobachten, verstehen und beschreiben kann, der kann sie auch wirksam verändern. Diese Werkstatt vermittelt kompakt den aktuellen Stand von Organisations-, Entscheidungs- und Systemtheorie – so, wie wir sie in unserer Arbeit als Team-Coaches und Organisationsberater:innen nutzen.
Was Sie lernen werden
Entscheidungen als sozialer Prozess
Sie lernen, Entscheidungen nicht als isolierte Akte zu betrachten, sondern als Prozesse, die in sozialen Kontexten entstehen – geprägt von Macht, Interessen und organisationalen Routinen.
Gängige Denkgewohnheiten hinterfragen
Sie entwickeln einen kritischen Blick auf verbreitete Ansätze und Methoden in Organisationen – und verstehen, warum gut gemeinte Interventionen oft das Gegenteil bewirken.
Komplexität und Ungewissheit nutzen
Sie erarbeiten Wege, Komplexität und Ungewissheit nicht nur zuzulassen, sondern für Entscheidungsprozesse produktiv zu erschließen – statt sie zu reduzieren oder zu ignorieren.
Konsequenzen für Führung und Teams
Sie verstehen, welche Folgen eine systemtheoretische Perspektive für Führungspersonen und Teammitglieder hat – und wie sie diese wirksam nutzen können.
Wie die Werkstatt abläuft
Beobachten und Verstehen
Verändern und Gestalten
„Alles könnte anders sein – und fast nichts kann ich ändern.“
— Niklas Luhmann
Für wen ist diese Werkstatt?
Die Werkstatt ist NICHT geeignet für Menschen, die einfache Rezepte suchen. Wir arbeiten mit Komplexität, nicht gegen sie.
Was sollten Sie mitbringen?
„Regeln sind Ressourcen, die in der Handlung aktualisiert werden müssen. Sie determinieren nicht – sie ermöglichen und beschränken.“
— Günter Ortmann (sinngemäß)
Praktische Informationen
Vorfühlen und Nachfühlen
Die Werkstätten werden von zwei Online-Sessions begleitet:
Das Vorfühlen gibt uns die Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen und den Aufbau einer gemeinsamen Basis. Wir klären organisatorische Fragen und stimmen Erwartungen ab.
Das Nachfühlen unterstützt dabei, das Erlebte nach einigen Wochen zu reflektieren und zu ergründen, was sich im Arbeitsalltag als nützlich erwiesen hat.
Interesse? Melden Sie sich an.
Wer die Werkstatt leitet
Falk Engelmann
Denkt in Systemen, arbeitet mit Menschen. Seit über 18 Jahren begleitet er Teams und Organisationen dabei, ihre eigenen Muster zu verstehen – und dort anzusetzen, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.
Reto Kessler
Verbindet systemtheoretisches Denken mit der Praxis agiler Organisationsentwicklung. Als Coach und Berater begleitet er Teams und Führungskräfte dabei, Entscheidungsprozesse bewusster zu gestalten.
Fragen zur Werkstatt?
Oder buchen Sie direkt ein 30-Minuten-Gespräch:
Gespräch vereinbaren (30 min)Auch interessant:
Komplexität wirksam handhaben Organisation jenseits des AgilitätsdogmasTheoretische Grundlagen
Entscheidung als sozialer Prozess
Entscheidungen fallen nicht in Köpfen – sie entstehen zwischen Menschen. Organisationen entscheiden durch Kommunikation, Routinen und Strukturen. Die individuelle Entscheidung ist der Sonderfall, nicht die Regel.
Organisationale Rationalität
Organisationen handeln rational – aber nach ihrer eigenen Logik. Diese Logik folgt nicht den Absichten einzelner Personen, sondern den Strukturen, die sich über Zeit herausgebildet haben.
Kontingenz
Es ist weder notwendig noch unmöglich – es könnte auch anders sein. Organisationen entwickeln Strategien, um mit dieser Offenheit umzugehen – doch jede Strategie erzeugt selbst neue Ungewissheit.
Komplexität als Ressource
Komplexität ist kein Problem, das es zu lösen gilt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Organisationen auf unterschiedliche Situationen unterschiedlich reagieren können. Wer Komplexität reduziert, reduziert Handlungsfähigkeit.
Beobachtung zweiter Ordnung
Wer beobachtet, wie andere beobachten, sieht, was diese nicht sehen können. Diese Fähigkeit ist der Schlüssel zur Veränderung von Entscheidungsprozessen – weil sie blinde Flecken sichtbar macht.
Funktion und Äquivalenz
Jede Struktur in einer Organisation erfüllt eine Funktion. Wer die Funktion versteht, kann nach funktionalen Äquivalenten suchen – nach anderen Lösungen für dasselbe Problem.