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Entscheidungsprozesse beobachten, verstehen und verändern

Werkstatt · 2 Tage · Mit Systemtheorie

Wie entscheiden Organisationen – und warum anders, als sie denken?

Teams und Organisationen treffen permanent Entscheidungen. Die Fähigkeit zu entscheiden ist für sie überlebensnotwendig. Wer diese Fähigkeit verbessern möchte, tut gut daran, sie als komplexen sozialen Prozess zu betrachten.

Wer Entscheidungsprozesse beobachten, verstehen und beschreiben kann, der kann sie auch wirksam verändern. Diese Werkstatt vermittelt kompakt den aktuellen Stand von Organisations-, Entscheidungs- und Systemtheorie – so, wie wir sie in unserer Arbeit als Team-Coaches und Organisationsberater:innen nutzen.

Was Sie lernen werden

01

Entscheidungen als sozialer Prozess

Sie lernen, Entscheidungen nicht als isolierte Akte zu betrachten, sondern als Prozesse, die in sozialen Kontexten entstehen – geprägt von Macht, Interessen und organisationalen Routinen.

02

Gängige Denkgewohnheiten hinterfragen

Sie entwickeln einen kritischen Blick auf verbreitete Ansätze und Methoden in Organisationen – und verstehen, warum gut gemeinte Interventionen oft das Gegenteil bewirken.

03

Komplexität und Ungewissheit nutzen

Sie erarbeiten Wege, Komplexität und Ungewissheit nicht nur zuzulassen, sondern für Entscheidungsprozesse produktiv zu erschließen – statt sie zu reduzieren oder zu ignorieren.

04

Konsequenzen für Führung und Teams

Sie verstehen, welche Folgen eine systemtheoretische Perspektive für Führungspersonen und Teammitglieder hat – und wie sie diese wirksam nutzen können.

Wie die Werkstatt abläuft

Tag 1

Beobachten und Verstehen

Vormittag
Ankommen und Spielregeln
Erwartungen klären: Was muss passiert sein, damit sich die Werkstatt lohnt?
Impuls: Entscheidungen als sozialer Prozess – eine systemtheoretische Perspektive
Eigene Entscheidungsprozesse analysieren: Was passiert wirklich?
Nachmittag
Impuls: Gängige Denkgewohnheiten und ihre blinden Flecken
Kritische Analyse: Welche Methoden nutzen wir – und was übersehen sie?
Fallarbeit: Eigene Entscheidungssituationen untersuchen
Reflexion: Was war relevant? Welche Gedanken nehme ich mit?
Tag 2

Verändern und Gestalten

Vormittag
Check-in: Was ist über Nacht wichtig geworden?
Impuls: Komplexität und Ungewissheit als Ressource
Strategien entwickeln: Wie lässt sich Ungewissheit produktiv nutzen?
Impuls: Konsequenzen für Führung und Zusammenarbeit
Nachmittag
Fallarbeit: Eigene Situationen mit neuen Werkzeugen bearbeiten
Handlungsvorschläge entwickeln: Was verändere ich konkret?
Transfer: Experimente für den Arbeitsalltag definieren
Abschluss und Ausblick
„Alles könnte anders sein – und fast nichts kann ich ändern.“
— Niklas Luhmann

Für wen ist diese Werkstatt?

Führungskräfte, die verstehen wollen, wie Entscheidungen in ihrer Organisation wirklich entstehen
Berater:innen, die systemtheoretische und organisationssoziologische Kenntnisse für die eigene Arbeit nutzen wollen
Personal- und Organisationsentwickler:innen, die gängige Missverständnisse und Fehlschlüsse vermeiden wollen
Alle, die Leichtigkeit und Freude im Umgang mit komplexen Entscheidungsprozessen entwickeln möchten
Hinweis

Die Werkstatt ist NICHT geeignet für Menschen, die einfache Rezepte suchen. Wir arbeiten mit Komplexität, nicht gegen sie.

Was sollten Sie mitbringen?

Einen Fall aus Ihrem Arbeitskontext, an dem wir gemeinsam das Gelernte nachvollziehen können
Lust auf neue Perspektiven auf Führung, Entscheidung und Organisation
Bereitschaft, gängige Denkgewohnheiten zu hinterfragen
Keine Vorkenntnisse erforderlich – Erfahrung in der Arbeit mit Teams ist hilfreich
„Regeln sind Ressourcen, die in der Handlung aktualisiert werden müssen. Sie determinieren nicht – sie ermöglichen und beschränken.“
— Günter Ortmann (sinngemäß)

Praktische Informationen

Dauer 2 Tage (plus Online-Sessions vorher und nachher)
Nächste Termine Werden bekannt gegeben
Sprache Deutsch
Gruppengröße Max. 16 Personen
Format Offene Termine · Inhouse-Training ab 8 Personen
Preis Auf Anfrage
Ort Wird mit dem Termin bekannt gegeben

Vorfühlen und Nachfühlen

Die Werkstätten werden von zwei Online-Sessions begleitet:

Das Vorfühlen gibt uns die Möglichkeit für ein erstes Kennenlernen und den Aufbau einer gemeinsamen Basis. Wir klären organisatorische Fragen und stimmen Erwartungen ab.

Das Nachfühlen unterstützt dabei, das Erlebte nach einigen Wochen zu reflektieren und zu ergründen, was sich im Arbeitsalltag als nützlich erwiesen hat.

Interesse? Melden Sie sich an.

Wer die Werkstatt leitet

Falk Engelmann

Denkt in Systemen, arbeitet mit Menschen. Seit über 18 Jahren begleitet er Teams und Organisationen dabei, ihre eigenen Muster zu verstehen – und dort anzusetzen, wo Veränderung tatsächlich möglich ist.

Reto Kessler

Verbindet systemtheoretisches Denken mit der Praxis agiler Organisationsentwicklung. Als Coach und Berater begleitet er Teams und Führungskräfte dabei, Entscheidungsprozesse bewusster zu gestalten.

Fragen zur Werkstatt?

falk@vorfeld.studio

Oder buchen Sie direkt ein 30-Minuten-Gespräch:

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Theoretische Grundlagen

Entscheidung als sozialer Prozess

Entscheidungen fallen nicht in Köpfen – sie entstehen zwischen Menschen. Organisationen entscheiden durch Kommunikation, Routinen und Strukturen. Die individuelle Entscheidung ist der Sonderfall, nicht die Regel.

Organisationale Rationalität

Organisationen handeln rational – aber nach ihrer eigenen Logik. Diese Logik folgt nicht den Absichten einzelner Personen, sondern den Strukturen, die sich über Zeit herausgebildet haben.

Kontingenz

Es ist weder notwendig noch unmöglich – es könnte auch anders sein. Organisationen entwickeln Strategien, um mit dieser Offenheit umzugehen – doch jede Strategie erzeugt selbst neue Ungewissheit.

Komplexität als Ressource

Komplexität ist kein Problem, das es zu lösen gilt. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Organisationen auf unterschiedliche Situationen unterschiedlich reagieren können. Wer Komplexität reduziert, reduziert Handlungsfähigkeit.

Beobachtung zweiter Ordnung

Wer beobachtet, wie andere beobachten, sieht, was diese nicht sehen können. Diese Fähigkeit ist der Schlüssel zur Veränderung von Entscheidungsprozessen – weil sie blinde Flecken sichtbar macht.

Funktion und Äquivalenz

Jede Struktur in einer Organisation erfüllt eine Funktion. Wer die Funktion versteht, kann nach funktionalen Äquivalenten suchen – nach anderen Lösungen für dasselbe Problem.